Liebe Gemeinde,

zu glauben heißt, von der Hoffnung des Lebens zu erzählen. Spüre ich in meinem Herzen diesen Funken, erhält mein Leben eine besondere Dimension. Der Beter des 92. Psalms findet für diese Hoffnung seine Worte: „Die gepflanzt sind im Hause des HERRN, werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen. Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein.“

Sicherlich, es geht ihm dabei nicht um Schönmalerei oder darum, das was nicht gelingt im Leben zu verleugnen. Sondern er betont, dass bei allem was behindert, verhindert, abhält im Leben, er doch zuversichtlich auf das Morgen blickt. Die wenigen Worte „…auch wenn sie alt werden“ zeugen davon. Es gibt sie eben, die Einschränkungen.

Für uns Christen ist in der Erzählung vom auferstandenen Jesus Christus die Hoffnung des Lebens skizziert. Wir feiern an Ostern die lebendige Kraft des Glaubens. Für uns gilt es, aus der Verheißung zu leben, dass Gott durch die Auferstehung Jesu Christi der Finsternis, dem Tod die Macht genommen und dem Leben zum Sieg verholfen hat.  Es bleibt uns die Bildersprache und die Erfahrung, um dieser wunderbaren Hoffnung des Lebens näher zu kommen. Der christliche Glaube ist eben kein Lernstoff, den man auswendig lernt, den man abfragt und dann begriffen hätte.

Die lebendige Kraft des Glaubens begreifen wir nur mit unseren Herzen. Und wir sind ihr nahe, wenn wir Menschen begegnen und ihnen zuhören. Auch sind wir gehalten, auf die Stimme in uns selbst zu achten. Beides zu erleben ist manchmal anstrengend und kostet viel Kraft. Oft ist es aber auch erfüllt mit den schönsten Farben der Freude, die uns aufleben lassen. Doch anders können wir die Kraft des Glaubens und die Hoffnung des Lebens nicht erfahren.

Ein gesegnetes Osterfest wünsche ich Ihnen

Ihr Pfarrer Christian Stalter